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„2061. Nach dem Frieden“

Wilih (2008-03-11)

Mit seinem Endzeit-Drama „2061. Nach dem Frieden“ präsentiert am kommenden Freitag der Rohrackerer Nachwuchsfilmer Volker Kintzinger seinen mit großem Aufwand im vorigen Jahr produzierten Kurzfilm im Kommunalen Kino in Stuttgart.

Seine Begeisterung fürs Filmen verdankt Volker Kintzinger einem Kurzfilm, den er vor etwa 8 Jahren mit Schulfreunden aus dem Sillenbucher Geschwister-Scholl-Gymnasium drehte. Weitere, immer aufwändigere Projekte folgten, und schließlich wurde das Filmen Lebensinhalt und Berufsziel. Nun möchte der Jungfilmer aus Rohracker Regisseur werden. Sein neuer Film über ein vom Krieg gezeichnetes Deutschland im Jahr 2061 ist nun zu sehen.

„No budget“, aber wie Profis

Über 60 Menschen zwischen 15 und 45 Jahren seien an dem Projekt beteiligt gewesen, blickt Volker Kintzinger nicht ohne Stolz zurück. Stets dabei auch sein „großer“ Bruder Andreas, mit dem er schon zu Schulzeiten zu den „KintzeBros“ avancierte - eine Anlehnung an Hollywood und die „Warner Bros“, nicht ohne Ironie natürlich. Aber die ersten Schritte auf dem langen Weg ins amerikanische Film-Mekka liegen inzwischen hinter den Kintzinger-Brüdern. Volker bewarb sich nach seinem Abitur für ein Prktikum, um die Aufnahmekriterien der Filmakademie Baden-Württemberg zu erfüllen - nach seiner Annsicht „die wohl beste Filmschule Deutschlands“. Bei der Stuttgarter Filmproduktionsfirma „teamWERK“ wurde er Fernseh-Kameraassistent. Im ersten Bewerbungsanlauf nach einem Jahr schaffte er den ersehnten Sprung zur Filmakademie zwar noch nicht, doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. So konnte sich Volker Kintzinger nämlich in der Praxis weiter in die Produktion von Filmen einarbeiten, half beim Ton, bei der Ausstattung, an der Kamera und beim Beleuchten. Nebenbei wurden eigene Kurzfilme hergestellt. Sein Chef unterstützte ihn dabei, „wo immer es ging“.

Die Arbeit an „2061. Nach dem Frieden“ begann Anfang 2007. Nach monatelanger Stoffentwicklung, Planung sowie Suche nach Mitarbeitern und Schauspielern entschloss sich das das Team, an einem namhaften Wettbewerb einesbekannten Online-Magazins für Videofilmer teilzunehmen. Im November 2007 erhielt das Filmteam eine semi-professionelle Kamera, und dann konnte es losgehen - alles „no-budget“, ohne Bezahlung. Der Enthusiasmus tribe die Mitmacher an, die Überzeugung für den Filmstoff sorgte für das Überstehen entbehrungsreicher Tage und schlafloser Nächte.

Parallelen zum Jetzt

Im Filmjahr „2061“ präsentiert sich Deutschland düster, von Kriegen gezeichnet. Das Volk hat sich längst von den kriegstreibenden Regierungen abgewendet. Anarchie soll den Frieden bringen, macht aber alles bloß noch schlimmer. Betrachtet wird das Geschehen aus der Sicht von Tom, der sich mit zwölf Jahren für den Kampf auf der Seite der Rebellen entschied. Doch mit den Jahren erkennt er, dass sich dadurch auch nichts verbessert, und er verliert sich allmählich immer mehr in seinen Gedanken.

Trotz des endzeitlichen Szenarios könnten „erstaunlich viele Parallelen zu der derzeitigen Situation“ gezogen werden, meint Volker Kintzinger. Eine wieder gesellschaftstaugliche Bundeswehr, Kriegsspielzeuge im Kinderzimmer: Deutschland scheint sich den Kriegen dieser Welt nicht mehr entziehen zu können. „2061. Nach dem Frieden“ zeige eine Zukunft, „die wir auf keinen Fall erleben möchten“, beschreibt Kintzinger die Aussage seines Films: „Du hast die Wahl, ob Du ein Teil des Krieges sein willst oder nicht.“