Zwei Brüder und ihr Film „Paula“
Stuttgarter Nachrichten (2009-09-16)
[ Artikel lesen ]
Zahl der Woche: 1
Stadt Gerlingen (2009-09-01)
[ Artikel lesen ]
Ein Kanon für die schmucke Paula
Strohgäu Extra (Stuttgarter Nachrichten) (2008-09-15)
[ Artikel lesen ]
Liebe Gemeinden!
Fahnen deuten auf Feierlichkeiten hin, ob es nun etwas zu feiern, zu gedenken oder zu trauern gibt. Am Buckingham Palace in London wird die Flagge gehisst, wenn die Queen anwesend ist. In Gerlingen gedenken die örtlichen Künstler mit einem bunten Fahnenmeer dieser Tage der Ernennung zur Stadt vor 50 Jahren. Bei so viel darstellender Kunst geraten all die anderen kreativen Sparten aber offenbar völlig in den Hintergrund.
So haben die Filmemacher von “Paula” still und leise inzwischen den Rohschnitt ihres 60-minütigen Films fertiggestellt. Zur Erinnerung: die Produzenten von “KintzeBros Home Entertainment” hatten den Neuen Platz mit dem Café Exlibris im Juli als einen von 16 Locations ausgewählt, um die Geschichte von Paula, der Gitarre, von Musik, Liebe und Freundschaft zu erzählen. Nun fehlen noch die Farbkorrekturen, knapp ein Monat noch, bis der Schnitt fertig ist. Parallel dazu hat Christoph Neuhaus damit begonnen, den Filmsoundtrack zu komponieren. Ob ihn wohl der Durchgangsverkehr zu trashiger Musik inspiriert hat? Wenn er sich mit seinem Regisseur am Neuen Platz am vielbefahrenen Kreisverkehr aufgehalten hat, dann kann er nur einen Kanon komponiert haben: Dasselbe Element kehrt immer und immer wieder.
So sei es!
Zwiebeln sind zum Heulen da
Stuttgarter Nachrichten (2008-09-04)
Nicht nur vor der Kamera bietet die Filmbranche zahlreiche Berufsmöglichkeiten – Zwei Jungfilmer erzählen.
[ Artikel lesen ]
Wer „irgendwas beim Film“ werden möchte, hat meistens die Schauspielerei im Kopf. Dabei zeigt der lange Abspann jedes Kinofilms, dass es vom Drehbuchautor über den Oberbeleuchter bis hin zum Geräuschemacher zahllose weitere Berufsmöglichkeiten im Umfeld der Kamera gibt. Die Stuttgarter Nachwuchsfilmer Volker und Andreas Kintzinger erklären beim Dreh ihres neuen Projekts „Paula“, was von der Idee bis zur Premiere alles hinter der Filmkulisse passiert.
Ob ein Kinofilm von den Zuschauern als „gut“ oder „schlecht“ beurteilt wird, hängt entscheidend vom Drehbuch ab. Aus einer schlechten Geschichte wird sich selten ein guter Film entwickeln, da können die Schauspieler noch so brillant sein. „,Paula‘ sollte nach unseren letzten Projekten über Krieg, Leid und Schmerz eine Komödiemit Happy End werden“, sagt Andreas Kintzinger. Der 23-Jährige ist als Produzent für die Organisation des kompletten Films zuständig. Der Stuttgarter Softwaretechnik-Student hat auch die Geschichte mit ausgewählt, die vom Produktionspraktikanten Jochen Köberle stammt. Andreas’ Bruder Volker (21) ist Regisseur und hat daraus dann das Drehbuch geschrieben. Kurz zusammengefasst geht es in „Paula“ laut Andreas um Folgendes: „Der Gitarrist Jimmy möchte als Musiker berühmt werden. Dazu braucht er erst einmal eine teure Gitarre und für diese einen Nebenjob. Über Musik und Arbeit beginnt er, seine Freundin Sophie und seinen Freundeskreis zu vernachlässigen. Eine Entscheidung muss her.“
Das Drehbuch unterscheidet sich von der reinen Geschichte unter anderem darin, dass die Drehorte genauer beschrieben werden. Für „Paula“ beispielsweise beschreibt der Autor für eine Szene eine teuere Wohnung mit riesigen Fenstern, für eine andere ein versifftes Kellerloch. „Mit diesen Anweisungen haben wir sogenannte Location- Scouts auf die Suche durch Stuttgart geschickt“, sagt Andreas. Drehortsucher brauchen gute Ortskenntnisse, ein Auge für Licht und Ästhetik und Überzeugungskraft. Denn egal ob in Privatwohnungen in Heumaden oder in Clubs auf der Theodor- Heuss-Straße: Es ist nicht immer einfach, eine Drehgenehmigung zu bekommen.
Ohne ein gewisses Startkapital kann man mit der Umsetzung nicht anfangen. „Wir haben privat etwa 2000 Euro vorgeschossen, vor allem das Ausleihen der Technik ist sehr teuer“, sagt Andreas. Sponsoren haben sie nur für Essen und Getränke. Deswegen werden die Brüder den Film bei verschiedenen Filmfestivals einreichen, in der Hoffnung, dass er gut ankommt. „Wenn wir gewinnen, können dabei schon mal 5 000 Euro rausspringen“, sagt Andreas und fügt lachend hinzu: „Damit wären auch gleich die nächsten Filme finanziert.“
Rund 40 Leute vom Beleuchter bis zur Maske sind für „Paula“ im Einsatz. „Einige kannten wir bereits von früheren Projekten, oder sie kommen aus unserem Freundeskreis, aber gerade die drei Hauptdarsteller haben wir richtig gecastet“, sagt Andreas. Die Rollen haben sie unter anderem im Internet ausgeschrieben – und so auch den Hauptdarsteller für Jimmy gefunden. „Peter Volksdorf studiert seit einem Jahr Schauspiel in Frankfurt, auch die anderen Hauptdarsteller haben bereits Erfahrung gesammelt, Natascha Kuch etwa in einer ARD-Produktion.“ Bei der Auswahl muss der Regisseur nicht nur darauf achten, für jede einzelne Rolle den geeigneten Schauspieler zu finden, sondern auch, dass das Team gut zusammenpasst. Besonders wenn der Film wie „Paula“ ganz wesentlich von einer Liebesgeschichte geprägt wird, sollte sich das Paar zumindest ein wenig sympathisch sein und auch optisch harmonieren. Und so ist auch der Casting-Agent, der sich eine Kartei mit Schauspielern und Komparsen aufbaut, auf die Filmteams gegen eine Gage zugreifen können, eine Berufsmöglichkeit.
Nach monatelangen Vorbereitungen ist die eigentliche Drehzeit mit zwei Wochen recht kurz – aber intensiv. „Das geht schon mal von frühmorgens bis in die Nacht hinein“, sagt Andreas. Und wenn die Nacht schneller vorbei ist als die dort zu drehende Szene, dann müssen die Beleuchter den Tag zur Nacht machen. Für den Produzenten beginnt nun die Zeit des „ganz normalen Chaos“. Egal, ob die Gitarre zu spät geliefert wird oder im Club für den Partydreh einfach niemand wie verabredet auftaucht, um die Tür aufzuschließen – Andreas muss Ruhe bewahren und sich Alternativen überlegen. Das ist auf offener Straße mit neugierigen Passanten nicht immer einfach. Regisseur und Cutter Volker überprüft während derDreharbeiten laufend Bild- und Tonmaterial. Wenn unerwünschte Hintergrundgeräusche zu hören sind oder trotz Zwiebeleinsatzes nicht genug Tränen fließen, muss die Szene erneut gedreht werden. Da der Drehplan nicht in der Reihenfolge des Drehbuchs vorgeht, sondern nach den Schauplätzen und den benötigten Schauspielern, gehört es außerdem zur Aufgabe des Cutters, die Filmszenen in die richtige Reihenfolge zu bringen und die Länge zu bestimmen.
Ende des Jahres wollen die Kintzinger-Brüder „Paula“ fertig geschnitten haben. Erst bei der Premiere wird sich zeigen, ob der Film auch in den Köpfen der Zuschauer funktioniert.
„Paula“ in Gerlingen
Stuttgarter Wochenblatt (2008-09-03)
GERLINGEN - Ende Juli fanden in Gerlingen Dreharbeiten für den Film „Paula“ statt. Bei schönstem Wetter konnte dem 15-köpfigen Filmteam bei der Arbeit zugeschaut werden.
[ Artikel lesen ]
Die Produzenten von „KintzeBros Home Entertainment“ hatten als eine der 16 Locations in und um Stuttgart den Neuen Platz und das Exlibris, ausgewählt. Paula ist übrigens nicht der Name einer Frau. Namensgeber für den Liebesfilm ist vielmehr eine Gitarre der Marke Gibson®, eine Les Paul®, die unter Musikern „Paula“ heißt. In dem Film geht es um Musik, Liebe und Freundschaft. Und darum, ob und wie man all das unter einen Hut packen kann. Die Hauptrollen sind mit Peter Volksdorf, Konner Steuer, Natascha Kuch und Willi Prainsack besetzt.
Weitere Infos gibt es unter http://www.kintzebros.de.
„Premiere für Jungfilmer“
Stuttgarter Nachrichten (2008-03-13)
Filme machen kann scheinbar jeder im Zeitalter von Handykameras und Youtube. Auf die Leinwand schaffen es die wenigsten. Am Freitag (14.03.2008) feiert „2061. Nach dem Frieden“ Premiere im Kommunalen Kino. Die Macher sind eine Gruppe junger Stuttgarter um den 21-jährigen Volker Kintzinger.
[ Artikel lesen ]
Tom (gespielt von Nils Vogeley, 14, und Konner Steuer, 18) kämpft seit er zwölf Jahre alt ist. Seit er denken kann, herrscht in Deutschland Krieg zwischen regierungstreuen Söldnern und militanten Punks. Mit 19 beschließt To, dass damit Schluss sein muss - und bezahlt dafür mit seinem Leben. Schwerer Stoff für einen 22-minütigen Kurzfilm. „Die lange Phase, in der sich Deutschland aus den Kriegen dieser Welt herausgehalten hat, scheint vorbei zu sein“, erklärt Regisseur Volker Kintzinger.
„2061. Nach dem Frieden“ ist das neunte Projekt der Jungfilmer. Geld stand kaum zur Verfügung - dafür jede Menge kreatives Potenzial und freiwillige Helfer. Die Schauspieler verzichteten auf ihre Gage, die Kulissen entstanden aus Baumarkt-Materialien. Mit dem Ergebnis ist Volker Kintzinger, der bei einer TV-Produktionsfirma arbeitet, zufrieden. Mit dem Film bewirbt er sich bei der Ludwigsburger Filmakademie. Sein Ziel: „Irgendwann will ich mit meinem Hobby auch Geld verdienen.“
„2061. Nach dem Frieden“
Wilih (2008-03-11)
Mit seinem Endzeit-Drama „2061. Nach dem Frieden“ präsentiert am kommenden Freitag der Rohrackerer Nachwuchsfilmer Volker Kintzinger seinen mit großem Aufwand im vorigen Jahr produzierten Kurzfilm im Kommunalen Kino in Stuttgart.
[ Artikel lesen ]
Seine Begeisterung fürs Filmen verdankt Volker Kintzinger einem Kurzfilm, den er vor etwa 8 Jahren mit Schulfreunden aus dem Sillenbucher Geschwister-Scholl-Gymnasium drehte. Weitere, immer aufwändigere Projekte folgten, und schließlich wurde das Filmen Lebensinhalt und Berufsziel. Nun möchte der Jungfilmer aus Rohracker Regisseur werden. Sein neuer Film über ein vom Krieg gezeichnetes Deutschland im Jahr 2061 ist nun zu sehen.
Über 60 Menschen zwischen 15 und 45 Jahren seien an dem Projekt beteiligt gewesen, blickt Volker Kintzinger nicht ohne Stolz zurück. Stets dabei auch sein „großer“ Bruder Andreas, mit dem er schon zu Schulzeiten zu den „KintzeBros“ avancierte - eine Anlehnung an Hollywood und die „Warner Bros“, nicht ohne Ironie natürlich. Aber die ersten Schritte auf dem langen Weg ins amerikanische Film-Mekka liegen inzwischen hinter den Kintzinger-Brüdern. Volker bewarb sich nach seinem Abitur für ein Prktikum, um die Aufnahmekriterien der Filmakademie Baden-Württemberg zu erfüllen - nach seiner Annsicht „die wohl beste Filmschule Deutschlands“. Bei der Stuttgarter Filmproduktionsfirma „teamWERK“ wurde er Fernseh-Kameraassistent. Im ersten Bewerbungsanlauf nach einem Jahr schaffte er den ersehnten Sprung zur Filmakademie zwar noch nicht, doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. So konnte sich Volker Kintzinger nämlich in der Praxis weiter in die Produktion von Filmen einarbeiten, half beim Ton, bei der Ausstattung, an der Kamera und beim Beleuchten. Nebenbei wurden eigene Kurzfilme hergestellt. Sein Chef unterstützte ihn dabei, „wo immer es ging“.
Die Arbeit an „2061. Nach dem Frieden“ begann Anfang 2007. Nach monatelanger Stoffentwicklung, Planung sowie Suche nach Mitarbeitern und Schauspielern entschloss sich das das Team, an einem namhaften Wettbewerb einesbekannten Online-Magazins für Videofilmer teilzunehmen. Im November 2007 erhielt das Filmteam eine semi-professionelle Kamera, und dann konnte es losgehen - alles „no-budget“, ohne Bezahlung. Der Enthusiasmus tribe die Mitmacher an, die Überzeugung für den Filmstoff sorgte für das Überstehen entbehrungsreicher Tage und schlafloser Nächte.
Im Filmjahr „2061“ präsentiert sich Deutschland düster, von Kriegen gezeichnet. Das Volk hat sich längst von den kriegstreibenden Regierungen abgewendet. Anarchie soll den Frieden bringen, macht aber alles bloß noch schlimmer. Betrachtet wird das Geschehen aus der Sicht von Tom, der sich mit zwölf Jahren für den Kampf auf der Seite der Rebellen entschied. Doch mit den Jahren erkennt er, dass sich dadurch auch nichts verbessert, und er verliert sich allmählich immer mehr in seinen Gedanken.
Trotz des endzeitlichen Szenarios könnten „erstaunlich viele Parallelen zu der derzeitigen Situation“ gezogen werden, meint Volker Kintzinger. Eine wieder gesellschaftstaugliche Bundeswehr, Kriegsspielzeuge im Kinderzimmer: Deutschland scheint sich den Kriegen dieser Welt nicht mehr entziehen zu können. „2061. Nach dem Frieden“ zeige eine Zukunft, „die wir auf keinen Fall erleben möchten“, beschreibt Kintzinger die Aussage seines Films: „Du hast die Wahl, ob Du ein Teil des Krieges sein willst oder nicht.“